Personal tools
You are here: Home Technologie Einführung Wie ist der Forschungs- und Anwendungsstand?
Document Actions

Wie ist der Forschungs- und Anwendungsstand?

In allen Anwendungsfeldern gibt es jedoch erste Materialien oder Produkte, die auf Nanotechnologie aufbauen. Diese reichen von nanooptimierten Schichten über Elektronikbauteile wie die GMR-Sensoren (Giant Magnetoresistance) und Nanomembrane bis zu neuen Bearbeitungs- und Analysemethoden. Letztere stellen auch die Grundlage für weitere Arbeiten in der Nanotechnologie dar.

Der kommerzielle Einsatz von nanotechnologischen Grund- und Werkstoffen erfolgt bisher schon bei einer Reihe gut erforschter Materialien in beträchtlichem Maßstab, z. B. Titandioxid (TiO2) in Farben und Sonnenschutzmitteln sowie Ruß (Carbon Black) für Autoreifen. Für Carbon Black wird ein Weltmarktvolumen für 2006 von acht Mrd. US $ geschätzt und für die Carbon Nano Tubes (CNT) wird ein Volumen von 1,2 Mrd. Euro erwartet (VDI 2004/2). Erste konkrete Einsatzfelder zeichnen sich auch für CNTs in Verbundwerkstoffen ab. So sollen leitfähige Lacke mit CNTs in der elektrostatischen Sprühlackierung helfen, Lack und Lösemittel einzusparen.

Die Erforschung grundlegender Mechanismen und Prinzipien im nm-Bereich ist die Ausgangsbasis, das große Potenzial neuer Materialien und Werkstoffe systematisch zu erschließen. Das Marktpotenzial der Nanotechnologie liegt bis zum Jahr 2010 je nach Indikatoren bei 100 bis 1.000 Mrd. US $ (VDI 2004/2). Diese Spanne zeigt auch die noch vorhandenen Unsicherheiten bezüglich der realistischen Abschätzung des Marktvolumens. Gründe dafür sind der Querschnittscharakter der Nanotechnologie und die Zuordnungsprobleme von Umsatzzahlen sowie die in manchen Bereichen noch frühen Entwicklungsphasen. Einigkeit herrscht jedoch über das enorme wirtschaftliche Potenzial der Nanotechnologie im 21. Jahrhundert.

Anwendungsbeispiele der Nanotechnologie


Am Markt sind bereits erste Anwendungen mit Nanotechnologie verfügbar. Dazu zählen zum Beispiel (siehe TAB 2004):

  • Nanotitanpartikel in Sonnencreme als UV-Schutz,
  • kratzfeste Nanolacke für Automobile (z. B. DaimlerChrysler) und Farbanstriche mit Lotuseffekt,
  • Nanopartikel aus Platin, Rhodium und Palladium in Kfz-Abgaskatalysatoren und Brennstoffzellen,
  • Eisenhydroxidgranulat mit nanostrukturierter Oberfläche zur Adsorption von Arsen in der Trinkwasserreinigung,
  • nanostrukturierte Rußpartikel (Carbon Black) als Füllstoffe in Autoreifen,
  • Kupfernanopartikel als Zusatz in Schmiermitteln zur Verschleißreduzierung,
  • Imprägnier- und Reinigungsmittel mit Nanotechnologie zur besseren Schmutzabweisung, mit Anti-Beschlag-Funktion oder
  • elektrochrome Schichten mit Nanotechnologie zur gesteuerten Abdunkelung von Spiegeln und Antireflexbeschichtung in Instrumententafeln oder Displays.

Die Beispiele machen deutlich, dass Nanotechnologie bisher noch hauptsächlich bestehende Produkte in klassischen Technologiefeldern, wie z.B. im Automobilbau oder der Elektronikindustrie optimiert und noch nicht zu revolutionär neuen Produkten oder Anwendungen geführt hat. Für das Jahr 2015 wird jedoch erwartet, dass eine Diffusion und Beeinflussung durch die Nanotechnologie in fast jeder Industriebranche stattgefunden hat (VDI 2004/2).

zurück


Powered by Plone CMS, the Open Source Content Management System

This site conforms to the following standards: