HMWK, 08.07.2009
Zweite Förderstaffel der Exzellenzinitiative des Landes entschieden
"Sechs Antragsprojekte werden im Rahmen der zweiten Förderstaffel der Forschungsinitiative LOEWE ab 1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2012 mit insgesamt rund 53,4 Millionen Euro gefördert. Diese Auswahlentscheidung ist im Sinne der Bestenauslese gefallen." Das hat Staatssekretär Gerd Krämer, Vorsitzender der LOEWE-Verwaltungskommission, nach der Sitzung des Gremiums heute gemeinsam mit dem Vorsitzenden des LOEWE-Programmbeirats, Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, bekannt gegeben. Zwei Projekte für Zentren (Förderlinie 1) und vier Projekte für Schwerpunkte (Förderlinie 2) werden mit Mitteln des LOEWE-Programms unterstützt.
In der zweiten Förderstaffel waren 2008 zunächst insgesamt 30 Antragsskizzen eingereicht worden, berichteten Krämer und Einhäupl. Nach der Vorauswahl sei nun die Entscheidung unter vier Zentrums- und acht Schwerpunktanträgen erfolgt, die allesamt im Frühjahr 2009 von externen Gutachtergruppen vor Ort begutachtet worden seien.
Zu den "Gewinnern" der Förderlinie 1 (Zentren) zählen die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Philipps-Universität Marburg sowie das Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim und das Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg.
In der Förderlinie 2 (Schwerpunkte) kommen vier Universitäten (Frankfurt, Gießen, Kassel, Marburg), die Fachhochschule Frankfurt und das Chemotherapeutische Forschungsinstitut Georg-Speyer-Haus in Frankfurt zum Zuge.
Der bisherige Verlauf von LOEWE zeigt nach den Worten von Staatssekretär Krämer, dass sich die Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen bei ihren Anträgen offensiv mit den Zielen des Exzellenzprogramms des Landes auseinandersetzen: "Die Anträge spiegeln zielgerichtete Schwerpunktplanungen, Bündelung von vorhandenen wissenschaftlichen Kompetenzen für die Entwicklung innovativer Forschungskonzepte, Ausbau der Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Verstärkung der Einwerbung von Forschungsdrittmitteln."
LOEWE sei nicht zuletzt deshalb von zentraler Bedeutung, weil Investitionen in Forschung und Entwicklung unabdingbar seien, um innovative Lösungen für wichtige Herausforderungen der Zukunft zu entwickeln, fügte der Staatssekretär hinzu. "Die Landesregierung will mit LOEWE die hessische Wissenschaftslandschaft nachhaltig stärken, Profilbildung und Wettbewerbsfähigkeit der Wissenschaftseinrichtungen voranbringen und deren Innovationskraft für die Entwicklung der Wirtschaft und damit für die Schaffung zukunftsorientierter Arbeitsplätze nutzen."
Das LOEWE-Programm werde daher konsequent ausgebaut: Nachdem im vorigen Jahr bereits 20 Millionen Euro zur Verfügung gestellt wurden, sind in der laufenden Legislaturperiode bis 2013 weitere Fördermittel von insgesamt rund 410 Millionen Euro vorgesehen (2009: 45 Millionen Euro; 2010: 95 Millionen Euro; ab 2011 jährlich 90 Millionen Euro). "Mit diesem finanziellen Engagement und dem wettbewerblich orientierten LOEWE-Programm setzt Hessen im Ländervergleich deutliche Akzente", sagte Staatssekretär Krämer.
Mit Hilfe des LOEWE-Programms werde auch eine Steigerung des Anteils hessischer Einrichtungen an der gemeinsamen Forschungsförderung von Bund und Ländern angestrebt, hob Krämer hervor. So seien bereits in der ersten Förderstaffel 2008 unter anderem zwei Zentren in Südhessen bewilligt worden, die attraktive Entwicklungsperspektiven zusammen mit der Fraunhofer-Gesellschaft eröffnen. In der zweiten Förderstaffel würden nun zwei in Mittelhessen angesiedelte Zentrumsprojekte realisiert, die in Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft aufgebaut werden und mittelfristig zur Erweiterung bestehender Max-Planck-Institute in Bad Nauheim und Marburg führen sollen. "Wichtige Meilensteine auf diesem Weg sind erfolgreiche Evaluierungen dieser Zentren in knapp drei beziehungsweise in knapp sechs Jahren", sagte Staatssekretär Krämer.
Prof. Einhäupl wies darauf hin, dass an dem zweistufigen Auswahlprozess fast 70 nicht-hessische Gutachter beteiligt waren: "Diese umfangreiche inhaltliche Unterstützung ist unabdingbar für das wettbewerbliche LOEWE-Programm und die Realisierung seiner Ziele." Der Vorsitzende des LOEWE-Programmbeirats und frühere Vorsitzende des Wissenschaftsrats unterstrich den Anspruch von LOEWE als wissenschaftliche Exzellenzinitiative des Landes Hessen. "Ausschlaggebend bei der Bewertung der beantragten Projekte sind die Relevanz und der Innovationsgrad des Antragsthemas, die Qualität der Forschung, die fachlich insbesondere durch Drittmitteleinwerbung und Publikationen nachgewiesene Kompetenz der beteiligten Wissenschaftler sowie die Aussichten der Projekte für nachhaltige Strukturentwicklungen in der hessischen Forschungslandschaft", erläuterte Einhäupl.
Er würdigte das Engagement des Landes für Forschung und Entwicklung. "Hessen unternimmt außergewöhnliche finanzielle Anstrengungen, um mit Hilfe von LOEWE die Ausgangsposition von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Wettbewerb – und hierbei insbesondere im Hinblick auf die nächste Runde der Exzellenzinitiative des Bundes – weiter zu stärken", sagte Einhäupl. "Ich halte die Prioritätensetzung zu Gunsten von wissenschaftlicher Qualität und zukunftsorientierten Innovationen für richtig."
In der zweiten Förderstaffel hat die LOEWE-Verwaltungskommission auf der Basis der Förderempfehlungen des LOEWE-Programmbeirats folgende Projekte zur Förderung ab 1. Januar 2010 ausgewählt:
• UGMLC – Universities of Giessen and Marburg Lung Center: Entzündliche und hyperproliferative Erkrankungen der Lunge und der Atemwege
Justus-Liebig-Universität Gießen (Federführung), Philipps-Universität Marburg, Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung Bad Nauheim
Landesförderung 2010 - 2012: ca. 15,1 Millionen Euro
In dem Forschungszentrum UGMLC sollen auf der Grundlage bereits existierender Gruppenförderinstrumente und spezialisierter klinischer Behandlungsstrukturen alle relevanten wissenschaftlichen und klinischen Kompetenzen der universitätsmedizinischen Standorte Gießen und Marburg und des Max-Planck-Instituts für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim auf dem Gebiet der entzündlichen und hyperproliferativen Erkrankungen der Lunge und Atemwege zusammengeführt und fortentwickelt werden. Die Entschlüsselung der diesen Krankheitsgruppen zugrunde liegenden molekularen Signalpfade, die vielfache Bezüge zueinander sowie zu den Signalmustern der pulmonalen Organogenese aufweisen, steht im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Konzeption. Übergeordnetes Ziel dieses translational ausgerichteten Zentrums ist es, Grundlagenforschung mit krankheits- und patientenorientierter Forschung zur Erarbeitung verbesserter diagnostischer und therapeutischer Konzepte bei lungenerkrankten Patienten zu verbinden.
• Synthetische Mikrobiologie
Philipps-Universität Marburg (Federführung), Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie Marburg
Landesförderung 2010 - 2012: ca. 21,3 Millionen Euro
Stimuliert durch neue technologische Entwicklungen ist gegenwärtig die Entstehung einer neuen wissenschaftlichen Disziplin, der Synthetischen Mikrobiologie, zu beobachten. In der Synthetischen Mikrobiologie geht die Mikrobiologie über den Schritt des Eingreifens und der Veränderung einzelner Proteine, Biosynthesewege oder Proteinkomplexe hinaus und strebt das gezielte Design größerer Strukturen oder Zellen mit vorgegebenen Eigenschaften an. Die kombinierte Anwendung von synthetischen und analytischen Ansätzen soll grundsätzlich neue Einblicke in die Funktionsweise mikrobieller Zellen versprechen. Ebenso besteht die Hoffnung, zum Beispiel Mikroorganismen zu entwickeln, die Biowasserstoff produzieren, der als erneuerbare Energie der Zukunft gilt. Darüber hinaus soll das rationale Design synthetischer Zellen für die Produktion von medizinisch und landwirtschaftlich relevanten Wirkstoffen genutzt werden können.
• Onkogene Signaltransduktion Frankfurt (OSF)
Goethe-Universität Frankfurt am Main (Federführung), Chemotherapeutisches Forschungsinstitut Georg-Speyer-Haus Frankfurt
Landesförderung 2010 - 2012: ca. 4,5 Millionen Euro
Ziel des Schwerpunkts ist es, molekulare Mechanismen von Tumorerkrankungen zu entschlüsseln und sie für die Entwicklung neuer therapeutischer Strategien zu nutzen. Dazu haben sich Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät und des Biozentrums der Universität Frankfurt sowie des Georg-Speyer-Hauses zusammengeschlossen, um molekulare Mechanismen der reziproken Kommunikation zwischen Tumorzellen und ihrer Umgebung zu verstehen und neue Ideen zu ihrer therapeutischen Beeinflussung zu verfolgen. Die gemeinsame Bearbeitung dieser Forschungsansätze in einem strukturierten Verbundprojekt verspricht hochgradige methodische und inhaltliche Synergien im Bereich der Tumormedizin.
• AmbiProbe – Massenspektrometrische in-situ-Analytik für die Problembereiche Gesundheit, Umwelt, Klima und Sicherheit
Justus-Liebig-Universität Gießen (Federführung), Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg
Landesförderung 2010 - 2012: ca. 4,5 Millionen Euro
Der Schwerpunkt befasst sich mit der Entwicklung von bio- und nanoanalytischen in-situ-Methoden und Instrumenten für die Bereiche Gesundheit, Umwelt, Klima und Sicherheit basierend auf physikalisch-chemischer Grundlagenforschung. Größtenteils schwerfällige Labor- und Probengewinnungs-Verfahren können durch in-situ-Methoden in verschiedenen Anwendungsfeldern ersetzt werden, wie beispielsweise für die Gewebetyp-Identifizierung während chirurgischer Eingriffe, für die bodenchemische Verfolgung von Umweltgift-Einträgen, für den Bereich der Terrorabwehr an Flughäfen, für die Vor-Ort-Untersuchung mikroklimatischer Veränderungen oder für die Aufklärung und Nutzung immunologischer Kommunikationsmuster, Biomarker und Metabolite. Diese neuen Analysemethoden besitzen einen hohen Informationsgehalt, sind unter Umgebungsbedingungen ohne vorherige Probenbehandlung einsetzbar sowie flexibel und mobil.
• Gestaltung technisch-sozialer Vernetzung in situativen ubiquitären Systemen (VENUS)
Universität Kassel
Landesförderung 2010 - 2012: ca. 4,2 Millionen Euro
Informations- und Vernetzungstechnik durchdringen immer mehr unseren Alltag. Sie haben das Wesen unserer sozialen Netze stark beeinflusst und um neue Formen der Kommunikation und Interaktion bereichert. Zu den wesentlichen technischen Neuerungen zählen so genannte ubiquitäre Systeme und damit einhergehend kontextsensitive, selbst-adaptive Anwendungen, die ihre Verarbeitung benutzerspezifisch an die Dynamik der Umgebung anpassen und dem Benutzer automatisch den für die jeweilige Situation besten Dienst bieten. Ziel des Schwerpunkts ist, die sozial akzeptable, ökonomisch sinnvolle und rechtlich mögliche technische Gestaltung solcher Systeme unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen zwischen Technik, Nutzern und sozialen Netzen zu erforschen.
• Präventive Biomechanik (PräBionik)
Fachhochschule Frankfurt (Federführung), Goethe-Universität Frankfurt, Philipps-Universität Marburg, Berufsakademie Mosbach – University of Cooperative Education
Landesförderung 2010 - 2012: ca. 3,8 Millionen Euro
Ziel des Schwerpunkts PräBionik ist das bessere Verständnis und in der Folge die Reduktion der Gefährdung von Weichgewebsregionen durch Stützkonstruktionen oder Hilfsmittel. Dieses hessische Kompetenz-Cluster zur Erforschung biomechanischer Eigenschaften humaner Weichgewebe und deren pathologischer Veränderungen verfolgt einen stark anwendungsbezogenen Ansatz und soll zu einem Schwerpunkt mit überregionaler Wirkung ausgebaut werden. Fragestellungen zu gesundheitsgefährdenden Interaktionen zwischen humanen Weichgeweberegionen und Stütz-Konstruktionen (Hilfsmittel) aus dem klinischen Alltag sollen mit interdisziplinären Ansätzen aus Ingenieurwissenschaften, Biologie und Medizin bearbeitet werden.
Weitere Informationen zur Forschungsinitiative LOEWE (Allgemeine Informationen, Hessenkarte zur zweiten Förderstaffel, LOEWE-Gremien) finden Sie zum Download auf www.hmwk.hessen.de, wenn Sie dort die heutige Pressemeldung zum LOEWE-Programm anklicken.
In der zweiten Förderstaffel waren 2008 zunächst insgesamt 30 Antragsskizzen eingereicht worden, berichteten Krämer und Einhäupl. Nach der Vorauswahl sei nun die Entscheidung unter vier Zentrums- und acht Schwerpunktanträgen erfolgt, die allesamt im Frühjahr 2009 von externen Gutachtergruppen vor Ort begutachtet worden seien.
Zu den "Gewinnern" der Förderlinie 1 (Zentren) zählen die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Philipps-Universität Marburg sowie das Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim und das Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg.
In der Förderlinie 2 (Schwerpunkte) kommen vier Universitäten (Frankfurt, Gießen, Kassel, Marburg), die Fachhochschule Frankfurt und das Chemotherapeutische Forschungsinstitut Georg-Speyer-Haus in Frankfurt zum Zuge.
Der bisherige Verlauf von LOEWE zeigt nach den Worten von Staatssekretär Krämer, dass sich die Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen bei ihren Anträgen offensiv mit den Zielen des Exzellenzprogramms des Landes auseinandersetzen: "Die Anträge spiegeln zielgerichtete Schwerpunktplanungen, Bündelung von vorhandenen wissenschaftlichen Kompetenzen für die Entwicklung innovativer Forschungskonzepte, Ausbau der Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Verstärkung der Einwerbung von Forschungsdrittmitteln."
LOEWE sei nicht zuletzt deshalb von zentraler Bedeutung, weil Investitionen in Forschung und Entwicklung unabdingbar seien, um innovative Lösungen für wichtige Herausforderungen der Zukunft zu entwickeln, fügte der Staatssekretär hinzu. "Die Landesregierung will mit LOEWE die hessische Wissenschaftslandschaft nachhaltig stärken, Profilbildung und Wettbewerbsfähigkeit der Wissenschaftseinrichtungen voranbringen und deren Innovationskraft für die Entwicklung der Wirtschaft und damit für die Schaffung zukunftsorientierter Arbeitsplätze nutzen."
Das LOEWE-Programm werde daher konsequent ausgebaut: Nachdem im vorigen Jahr bereits 20 Millionen Euro zur Verfügung gestellt wurden, sind in der laufenden Legislaturperiode bis 2013 weitere Fördermittel von insgesamt rund 410 Millionen Euro vorgesehen (2009: 45 Millionen Euro; 2010: 95 Millionen Euro; ab 2011 jährlich 90 Millionen Euro). "Mit diesem finanziellen Engagement und dem wettbewerblich orientierten LOEWE-Programm setzt Hessen im Ländervergleich deutliche Akzente", sagte Staatssekretär Krämer.
Mit Hilfe des LOEWE-Programms werde auch eine Steigerung des Anteils hessischer Einrichtungen an der gemeinsamen Forschungsförderung von Bund und Ländern angestrebt, hob Krämer hervor. So seien bereits in der ersten Förderstaffel 2008 unter anderem zwei Zentren in Südhessen bewilligt worden, die attraktive Entwicklungsperspektiven zusammen mit der Fraunhofer-Gesellschaft eröffnen. In der zweiten Förderstaffel würden nun zwei in Mittelhessen angesiedelte Zentrumsprojekte realisiert, die in Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft aufgebaut werden und mittelfristig zur Erweiterung bestehender Max-Planck-Institute in Bad Nauheim und Marburg führen sollen. "Wichtige Meilensteine auf diesem Weg sind erfolgreiche Evaluierungen dieser Zentren in knapp drei beziehungsweise in knapp sechs Jahren", sagte Staatssekretär Krämer.
Prof. Einhäupl wies darauf hin, dass an dem zweistufigen Auswahlprozess fast 70 nicht-hessische Gutachter beteiligt waren: "Diese umfangreiche inhaltliche Unterstützung ist unabdingbar für das wettbewerbliche LOEWE-Programm und die Realisierung seiner Ziele." Der Vorsitzende des LOEWE-Programmbeirats und frühere Vorsitzende des Wissenschaftsrats unterstrich den Anspruch von LOEWE als wissenschaftliche Exzellenzinitiative des Landes Hessen. "Ausschlaggebend bei der Bewertung der beantragten Projekte sind die Relevanz und der Innovationsgrad des Antragsthemas, die Qualität der Forschung, die fachlich insbesondere durch Drittmitteleinwerbung und Publikationen nachgewiesene Kompetenz der beteiligten Wissenschaftler sowie die Aussichten der Projekte für nachhaltige Strukturentwicklungen in der hessischen Forschungslandschaft", erläuterte Einhäupl.
Er würdigte das Engagement des Landes für Forschung und Entwicklung. "Hessen unternimmt außergewöhnliche finanzielle Anstrengungen, um mit Hilfe von LOEWE die Ausgangsposition von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Wettbewerb – und hierbei insbesondere im Hinblick auf die nächste Runde der Exzellenzinitiative des Bundes – weiter zu stärken", sagte Einhäupl. "Ich halte die Prioritätensetzung zu Gunsten von wissenschaftlicher Qualität und zukunftsorientierten Innovationen für richtig."
In der zweiten Förderstaffel hat die LOEWE-Verwaltungskommission auf der Basis der Förderempfehlungen des LOEWE-Programmbeirats folgende Projekte zur Förderung ab 1. Januar 2010 ausgewählt:
I. LOEWE-Zentren
• UGMLC – Universities of Giessen and Marburg Lung Center: Entzündliche und hyperproliferative Erkrankungen der Lunge und der Atemwege
Justus-Liebig-Universität Gießen (Federführung), Philipps-Universität Marburg, Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung Bad Nauheim
Landesförderung 2010 - 2012: ca. 15,1 Millionen Euro
In dem Forschungszentrum UGMLC sollen auf der Grundlage bereits existierender Gruppenförderinstrumente und spezialisierter klinischer Behandlungsstrukturen alle relevanten wissenschaftlichen und klinischen Kompetenzen der universitätsmedizinischen Standorte Gießen und Marburg und des Max-Planck-Instituts für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim auf dem Gebiet der entzündlichen und hyperproliferativen Erkrankungen der Lunge und Atemwege zusammengeführt und fortentwickelt werden. Die Entschlüsselung der diesen Krankheitsgruppen zugrunde liegenden molekularen Signalpfade, die vielfache Bezüge zueinander sowie zu den Signalmustern der pulmonalen Organogenese aufweisen, steht im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Konzeption. Übergeordnetes Ziel dieses translational ausgerichteten Zentrums ist es, Grundlagenforschung mit krankheits- und patientenorientierter Forschung zur Erarbeitung verbesserter diagnostischer und therapeutischer Konzepte bei lungenerkrankten Patienten zu verbinden.
• Synthetische Mikrobiologie
Philipps-Universität Marburg (Federführung), Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie Marburg
Landesförderung 2010 - 2012: ca. 21,3 Millionen Euro
Stimuliert durch neue technologische Entwicklungen ist gegenwärtig die Entstehung einer neuen wissenschaftlichen Disziplin, der Synthetischen Mikrobiologie, zu beobachten. In der Synthetischen Mikrobiologie geht die Mikrobiologie über den Schritt des Eingreifens und der Veränderung einzelner Proteine, Biosynthesewege oder Proteinkomplexe hinaus und strebt das gezielte Design größerer Strukturen oder Zellen mit vorgegebenen Eigenschaften an. Die kombinierte Anwendung von synthetischen und analytischen Ansätzen soll grundsätzlich neue Einblicke in die Funktionsweise mikrobieller Zellen versprechen. Ebenso besteht die Hoffnung, zum Beispiel Mikroorganismen zu entwickeln, die Biowasserstoff produzieren, der als erneuerbare Energie der Zukunft gilt. Darüber hinaus soll das rationale Design synthetischer Zellen für die Produktion von medizinisch und landwirtschaftlich relevanten Wirkstoffen genutzt werden können.
II. LOEWE-Schwerpunkte
• Onkogene Signaltransduktion Frankfurt (OSF)
Goethe-Universität Frankfurt am Main (Federführung), Chemotherapeutisches Forschungsinstitut Georg-Speyer-Haus Frankfurt
Landesförderung 2010 - 2012: ca. 4,5 Millionen Euro
Ziel des Schwerpunkts ist es, molekulare Mechanismen von Tumorerkrankungen zu entschlüsseln und sie für die Entwicklung neuer therapeutischer Strategien zu nutzen. Dazu haben sich Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät und des Biozentrums der Universität Frankfurt sowie des Georg-Speyer-Hauses zusammengeschlossen, um molekulare Mechanismen der reziproken Kommunikation zwischen Tumorzellen und ihrer Umgebung zu verstehen und neue Ideen zu ihrer therapeutischen Beeinflussung zu verfolgen. Die gemeinsame Bearbeitung dieser Forschungsansätze in einem strukturierten Verbundprojekt verspricht hochgradige methodische und inhaltliche Synergien im Bereich der Tumormedizin.
• AmbiProbe – Massenspektrometrische in-situ-Analytik für die Problembereiche Gesundheit, Umwelt, Klima und Sicherheit
Justus-Liebig-Universität Gießen (Federführung), Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg
Landesförderung 2010 - 2012: ca. 4,5 Millionen Euro
Der Schwerpunkt befasst sich mit der Entwicklung von bio- und nanoanalytischen in-situ-Methoden und Instrumenten für die Bereiche Gesundheit, Umwelt, Klima und Sicherheit basierend auf physikalisch-chemischer Grundlagenforschung. Größtenteils schwerfällige Labor- und Probengewinnungs-Verfahren können durch in-situ-Methoden in verschiedenen Anwendungsfeldern ersetzt werden, wie beispielsweise für die Gewebetyp-Identifizierung während chirurgischer Eingriffe, für die bodenchemische Verfolgung von Umweltgift-Einträgen, für den Bereich der Terrorabwehr an Flughäfen, für die Vor-Ort-Untersuchung mikroklimatischer Veränderungen oder für die Aufklärung und Nutzung immunologischer Kommunikationsmuster, Biomarker und Metabolite. Diese neuen Analysemethoden besitzen einen hohen Informationsgehalt, sind unter Umgebungsbedingungen ohne vorherige Probenbehandlung einsetzbar sowie flexibel und mobil.
• Gestaltung technisch-sozialer Vernetzung in situativen ubiquitären Systemen (VENUS)
Universität Kassel
Landesförderung 2010 - 2012: ca. 4,2 Millionen Euro
Informations- und Vernetzungstechnik durchdringen immer mehr unseren Alltag. Sie haben das Wesen unserer sozialen Netze stark beeinflusst und um neue Formen der Kommunikation und Interaktion bereichert. Zu den wesentlichen technischen Neuerungen zählen so genannte ubiquitäre Systeme und damit einhergehend kontextsensitive, selbst-adaptive Anwendungen, die ihre Verarbeitung benutzerspezifisch an die Dynamik der Umgebung anpassen und dem Benutzer automatisch den für die jeweilige Situation besten Dienst bieten. Ziel des Schwerpunkts ist, die sozial akzeptable, ökonomisch sinnvolle und rechtlich mögliche technische Gestaltung solcher Systeme unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen zwischen Technik, Nutzern und sozialen Netzen zu erforschen.
• Präventive Biomechanik (PräBionik)
Fachhochschule Frankfurt (Federführung), Goethe-Universität Frankfurt, Philipps-Universität Marburg, Berufsakademie Mosbach – University of Cooperative Education
Landesförderung 2010 - 2012: ca. 3,8 Millionen Euro
Ziel des Schwerpunkts PräBionik ist das bessere Verständnis und in der Folge die Reduktion der Gefährdung von Weichgewebsregionen durch Stützkonstruktionen oder Hilfsmittel. Dieses hessische Kompetenz-Cluster zur Erforschung biomechanischer Eigenschaften humaner Weichgewebe und deren pathologischer Veränderungen verfolgt einen stark anwendungsbezogenen Ansatz und soll zu einem Schwerpunkt mit überregionaler Wirkung ausgebaut werden. Fragestellungen zu gesundheitsgefährdenden Interaktionen zwischen humanen Weichgeweberegionen und Stütz-Konstruktionen (Hilfsmittel) aus dem klinischen Alltag sollen mit interdisziplinären Ansätzen aus Ingenieurwissenschaften, Biologie und Medizin bearbeitet werden.
Weitere Informationen zur Forschungsinitiative LOEWE (Allgemeine Informationen, Hessenkarte zur zweiten Förderstaffel, LOEWE-Gremien) finden Sie zum Download auf www.hmwk.hessen.de, wenn Sie dort die heutige Pressemeldung zum LOEWE-Programm anklicken.
Pressemitteilung vom 08.07.2009
Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK)